Die OER FAQ startet! Eine Maschine, die alle Fragen zu Open Educational Resources beantworten will …

Der Text OERFAQLogo in den Farben blau und lila

Veröffentlichungs-Event am 29.9.2021 im Livestream

Wir haben eine Maschine gebaut und werden sie am 29.9.2021 ab 20.15 Uhr der Welt vorstellen. Das Ziel ist ganz unbescheiden: Die OER FAQ soll Antworten auf alle Fragen rund um das Thema OER sammeln und möglichst einfach zugänglich machen.

Was ist die „OER FAQ“?

Unser Maschine ist in ihrer ersten Erscheinungsform eine Website. Sie heißt „OER FAQ“ – das bedeutet „Frequently Asked Questions“ (FAQ) zum Thema „Open Educational Resources“ (OER), also häufige Fragen rund um Bildungsmaterialien unter freier Lizenz.

Auf oer-faq.de können ab dem 29.9.2021 alle, die mit OER arbeiten und dabei mit den verschiedensten Problemen konfrontiert werden, ihre Fragen stellen und direkt Antworten erhalten. Geht es um eine Definition von OER? Um die Bedeutung verschiedener freier Lizenzen von Creative Commons? Um Fragen zur Lizenzierung freier Bildungsmaterialien in der Hochschule? Um Bilder, die nicht nur kostenlos, sondern frei und offen sind? Antworten gibt es in der OER FAQ!

Fast 250 Fragen und Antworten haben wir aus zuverlässigen Quellen zusammengestellt, um alle Fragen und Antworten rund um das Thema OER einfach zugänglich und durchsuchbar zu machen. So können Akteur*innen aus allen Bildungsbereichen zu jeder Zeit die Antworten erhalten, die sie gerade brauchen. 

Der Veröffentlichungs-Event

Wir stellen die OER FAQ vor und Sie können und Ihr könnt sie auch gleich ausprobieren! Dazu stoßen wir virtuell an! (byod – bring your own drinks!)  Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Der Link zum Livestream wird am 29.09.2021 um 20.15 Uhr unter joeran.de/releaseparty veröffentlicht.

Ausgedacht hat sich die Maschine die Agentur J&K, umgesetzt wurde sie zusammen mit nova und die Kooperation inklusive Finanzierung kommt von HAW@HOOU.

PS: Einladung zum Barcamp

Wer sich für die OER FAQ interessiert, wird auch das OERcamp spannend finden! Das einzige OERcamp findet am Nachmittag desselben Tags statt: Das OERcamp Pro-/PoliGenius Spezial am 29.09.2021 von 12:30 Uhr bis 17:00 Uhr. Jetzt anmelden!

PPS: Wie spricht man denn „OER FAQ“ aus?

Projektabschluss – Don’t hate! Participate.

Logo Don't hat! Participate.

Wie kann partizipativ gegen Hass im Netz vorgegangen werden? Wie können schon Schüler:innen dahin geführt werden, Hass zu erkennen, sich zu schützen und zerstörerische Kräfte zu identifizieren?

Das Projekt „Don´t Hate! Participate.“ des gemeinnützigen Unternehmens MyGatekeeper hat dazu im Rahmen einer Förderung von der HOOU Hamburg ein Lernangebot entwickelt. Mit dem Lernangebot wird Lehrer:innen ermöglicht, ihren eigenen Aktionstag gegen Hass im Netz zu konzipieren und durchzuführen.

Das Team bestehend aus David Salim, Torben Mau, Marina Weisband und Dejan Mihajlović hat die vorhandenen Kompetenzen zusammengeworfen und selbst eine Lehrkräftefortbildung digital durchgeführt. Diese bildet die Grundlage für das Lernangebot. Aus zig verschiedenen Modulen können sich Lehrkräfte Bausteine raussuchen, um ihre eigene Fortbildung daraus zu konzipieren. 

So gibt es die Möglichkeit Vorlagen zur Durchführung eines Aktionstag zu nutzen (von der Emailvorlage bis hin zu einer Auflistung von Tools oder einer Arbeitsmappe), Nutzende können aber auch etwas über Demokratiebildung in Zivilgesellschaften durch einen externen MOOC (Massive Open Online Course) lernen. Eine umfangreiche Materialsammlung dient als Basis, um mit Schüler:innen projektorientierte Lernangebote durchzuführen und dabei gemeinsame Ideen zu entwickeln, wie an der Schule mit diesen Themen umgegangen werden kann.

Hier gelangt ihr zum Lernangebot.

In diesem Podcast der im Januar 2021 aufgenommen wurde, erfahrt ihr von Torben Mau und David Salim etwas zur Motivation des Projekts und zur Entstehung des Ganzen.

HOOU: Ihr habt euch mit myGatekeeper auf die Förderung beworben. Hättet ihr auch ohne Hacks&Tools den Plan verfolgen wollen, die Konzepte zur Konferenz unter freien Lizenzen zu veröffentlichen?

myGatekeeper: Wir hatten im November 2019 unseren ersten „Don´t Hate! Participate.“ Aktionstag,  mit knapp 150 Schüler:innen von verschiedenen Schulen, unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Kultusministers, durchgeführt. Die Veranstaltung war gut aber hatte uns viel Aufwand und Kraft gekostet. Gleichzeitig wurde uns schon in der Vorbereitung klar, dass die Dringlichkeit, solche Angebote an jeder Schule durchzuführen, immens war. Wir sahen uns nicht in der Lage, dies leisten zu können. 

Die Chancen, die sich durch die Teilnahme an Hacks&Tools für uns ergeben haben, durch die großartigen Netzwerke (mit mehreren Leuten, die wir dort kennengelernt haben, setzen wir aktuell immer noch Projekte um), den Förderpreis und das breite Wissen, dass uns dadurch zugänglich wurde, sind unglaublich wertvoll. Die Teilnahme an der Werkstatt hat unsere Entwicklung sehr positiv beeinflusst. 

HOOU: Ihr setzt euch aktiv und erfolgreich dafür ein, bereits in den Schulen Demokratiebildung und Medienkritik auf die Agenda zu setzen: Was denkt ihr, warum diese wichtigen Themen nicht regulär in den Lehrplänen vertreten sind?

myGatekeeper: Es gibt Versuche der curricularen Einbindung, z.B. durch den Fake News Schwerpunkt im Deutschunterricht in der Sekundarstufe I, Erlasse zur Verankerung von Demokratiebildung in der Schulkultur oder die Entwicklung von Orientierungsrahmen für Medienbildung von Schüler:innen, die Lehrkräften helfen sollen einen Rahmen zu schaffen,  um medienbezogene Kompetenzen im Fachunterrichts zu fördern. 

Das zentrale Problem ist, dass bisher zu wenige Menschen, auch zu wenige Lehrkräfte, verstanden haben, dass: “die Herausforderungen der Digitalität jenseits der Technologie liegen.” Es geht nicht um Technik oder darum dieses oder jenes “Tool” zu beherrschen, sondern es geht darum zu verstehen, dass wir uns aktuell in dem wohl größten Wandel der Menschheitsgeschichte befinden und die sich dabei vollziehende Leitmedientransformation den gesellschaftlichen Rahmen, Chancen und Herausforderungen, grundlegend verändert. 

HOOU: Mit Torben Mau habt ihr in eurer gGmbH einen OER Experten. Welche Vorteile seht ihr in der Verbreitung von Materialien unter offenen Lizenzen und wie kann MyGatekeeper davon profitieren?

Wir sind der Überzeugung, dass das, was mit öffentlichen Mitteln finanziert wird, auch frei nutzbar sein sollte. Daher versuchen wir – wo immer dies für uns möglich ist – OER – Materialien zu produzieren. So ist neben dem HOOU-Material im letzten Jahr z.B. das digiLL-Lernmodul Die vernetzte Lehrkraft entstanden. Wir selbst profitieren in neuen Projekten davon, wenn wir auf bestehende OER-Materialien, die von uns oder von anderen erstellt worden sind, zurückgreifen und diese weiterentwickeln können. Das Rad muss ja nicht jedes Mal neu erfunden werden! Dank offener Lizenzen können wir in neuen Projekten auf bewährten Materialien rechtssicher aufbauen. 

Nicht zuletzt haben Open Educational Ressources (OER) und Open Educational Practices (OEP) das Potential, Bildungsungleichheit zu verringern und partizipative und kollaborative Zugänge zu ermöglichen. 

Wir danken euch für die tolle Projektzusammenarbeit und freuen uns über den Projektoutcome.

01 | Dr. Lothar Hotz, Informatiker und Geschäftsführer von HITeC e.V.

Mitwirkende:
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Axel Dürkop

Downloads:

Die Herausforderung liegt in der Anwendung

Gast in der ersten Folge unserer Reihe ist der Informatiker Dr. Lothar Hotz von der Universität Hamburg. Er ist auch Geschäftsführer des Vereins Hamburger Informatik Technologie-Center (HITeC) und neben der Forschung zu Künstlicher Intelligenz (KI) stets an konkreten Anwendungsmöglichkeiten interessiert.

Herr Hotz spricht zunächst über die Geschichte der KI-Forschung in Hamburg und erläutert moderne Ansätze der KI wie Machine Learning und Neuronale Netze. Er erklärt seinen Standpunkt, warum sich Künstliche Intelligenzen also solche outen sollten und dass es in unser aller Verantwortung liegt, die Entwicklung von KI mitzugestalten.

Aufnahmedatum: 23. März 2021
Moderation: Axel Dürkop
Gast: Dr. Lothar Hotz

Lernangebot auf hoou.de besuchen

Auch zu dieser Episode gibt es ein Lernangebot auf hoou.de mit Videos und Lernanregungen.

Besuche jetzt das Lernangebot auf hoou.de

Credits

Musik: Fat Caps von Jason Shaw auf Free Music Archive, CC BY 3.0 United States License


Jingle: Game Sound Intro To Game von Bertrof auf freesound, CC BY 3.0; Stimmen generiert mit Scratch

Feedback

Feedback, Fragen und Vorschläge unter meinwegzuki.hoou@tuhh.de

00 | Vorgestellt: “Mein Weg zu KI” mit Alois Krtil, ARIC e.V.

Mitwirkende:
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Axel Dürkop

Downloads:

Auftakt zur Reihe

Axel Dürkop und Alois Krtil geben gemeinsam den Auftakt für die Video- und Podcastreihe “Mein Weg zu KI”. Nach einem Jahr Planung und Produktion und Pandemiebedingungen freuen wir uns, in den kommenden Episoden mit vielen interessanten Akteur:innen aus der Hamburger KI-Community ins Gespräch zu kommen.

In Videos und Podcastinterviews wollen wir die individuellen Bildungsbiografien unserer Gäste nachzeichnen und herausfinden, wie sie zu Wissen und Erfahrungen über und mit Künstlicher Intelligenz gekommen sind.

Mit “Mein Weg zu KI” haben wir ein Format entwickelt, das die “KI-Schaffenden” in Hamburg mit drei unterschiedlichen Zugängen vorstellt:

Lernangebot auf hoou.de besuchen

Mit “Mein Weg zu KI” haben wir ein Format entwickelt, das die “KI-Schaffenden” in Hamburg mit drei unterschiedlichen Zugängen vorstellt:

  • In kurzen Videoporträts gewinnt ihr einen Eindruck von den Personen, den Orten ihres Wirkens, ihren Werkzeugen und Produkten, die sie mit KI erzeugen.
  • In längeren Podcastepisoden könnt ihr die teilweise verschlungenen Bildungspfade nachvollziehen, die unsere Interviewpartner:innen zu ihrer fachlichen Expertise genommen haben.
  • Mit Lernanregungen zu jeder Episode habt ihr die Möglichkeit, ausgewählte Themen, Techniken und Medien aus den Interviews zu bearbeiten und aktiv nachzuvollziehen.

Besuche jetzt das Lernangebot auf hoou.de

Credits

Musik: Fat Caps von Jason Shaw auf Free Music Archive, CC BY 3.0 United States License

Jingle: Game Sound Intro To Game von Bertrof auf freesound, CC BY 3.0; Stimmen generiert mit Scratch

Feedback

Feedback, Fragen und Vorschläge unter meinwegzuki.hoou@tuhh.de

HOOU talks – 16.09.2021 um 11 Uhr

HOOU talks F3 kollektiv

Ein Live Gespräch auf YouTube @hoouhamburg

Gäste: Evelyn Linde, F3_kollektiv Thema: Machtkritische OER zu Flucht & Digitalisierung

HOOU talks auf YouTube. Mit dem F3_kollektiv. Projekt: Machtkritsche OER & Digitalisierung.

Was sind Grenzen? Wann überqueren wir sie? Und welche Rolle spielt eigentlich das Smartphone auf der Flucht?

Antworten dazu, mehr zum HOOU Projekt Machtkritische OER zu Flucht & Digitalisierung und zur Arbeit des F3_kollektivs könnt ihr in unserem Live-Talk mit Evelyn am 16.09. auf YouTube erfahren.

Seid dabei, wir freuen uns!

15. September: Digitales #afterwOERk

ViTeams: Interkulturelle Kommunikation in virtuelle Teams

Termin: Mittwoch, 15.09.2021 20:00 – 21:30 Uhr
Anmeldung: https://ems.hoou.de/afterwoerk/anmeldung/2021-09-15-digitales-afterwoerk-im-september-2021.html

Referent/in: Friedrich, Christian

Das Fachwissen darüber, wie effektiv und angemessen über Kulturen hinweg kommuniziert werden kann, ist eine wichtige Kompetenz, die in einer Reihe von beruflichen, sozialen und beruflichen Kontexten erforderlich ist. Die Verbesserung dieses Fachwissens, der Erfahrung und der Fähigkeiten in diesem Bereich wird nicht nur im Alltag helfen, sondern auch bei der Arbeitssuche und der beruflichen Entwicklung.

In diesem Sinne möchte die OER ViTeams dabei helfen, die wichtigsten Herausforderungen bei der Arbeit in interkulturellen Kontexten zu erkennen und zu analysieren und fachliche sowie soziale Kompetenzen zu entwickeln, die ein hohes Maß an Leistung und Arbeitszufriedenheit unterstützen und ermöglichen. 

Die Autor*innen dieser OER werden im Podcast berichten, wie die OER funktionieren, warum sie so wichtig sind und was die Nutzenden davon haben.

Beim digitalen #afterwOERk am 15. September 2021 spricht Moderator Christian Friedrich mit Yeliz Yildirim-Krannig und Adelheid Iken über ihr Projekt. Die Unterhaltung findet in einem ZOOM-Meeting statt und wird für den Podcast Hamburg hOERt ein HOOU aufgezeichnet. Nach der Aufzeichnung haben Zuschauer:innen und Gäste die Möglichkeit, sich über das Projekt und ihre Arbeit auszutauschen. 

Wann?

  • Am 15. September 2021 um 20:00 Uhr: Die „Türen“ zum Meetingraum öffnen sich. Es folgt ein Kennenlernen und die Vorbereitung auf das Gespräch
  • 20:30: Start der Aufzeichnung. Yeliz Yildirim-Krannig und Adelheid Iken im Gespräch mit Christian Friedrich und live Zuhörer:innen
  • 21:15 Uhr: Austausch und Fragerunde ohne Aufzeichnung. Alle Zuhörer:innen und Gäste tauschen sich aus
  • 21:45 Uhr: Ende des #afterwOERk

Wo?

Die Anmeldung ist hiermöglich. Die Zugangsdaten für den ZOOM-Raum senden wir Ihnen am Vortag per Email zu. 

Warum?

Die HOOU@HAW lädt regelmäßig zum #afterwOERk, um mit interessanten Gästen aus der Welt über ihre OER-Arbeit und -Projekte zu sprechen. Das Gespräch wird stets aufgezeichnet und im Podcast Hamburg hOERt ein HOOU veröffentlicht. Mit dem digitalen #afterwOERk haben wir versucht das Format in die digitale Welt zu übertragen und möchten weiterhin die Chance nutzen, uns auf diese Art auszutauschen.

Veranstaltungsort: ZOOM

Projektabschluss ZUM – Deutsch Lernen

Die ZUM (Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V.) ist ein 1997 gegründeter Verein, der zum Ziel hat das World Wide Web als Lern- und Lehrhilfe zu nutzen und zunächst vor allem Materialien einzelner Autor:innen zum Download und zur kostenlosen Nutzung für unterrichtliche Zwecke zur Verfügung stellte. Seitdem hat sich das Angebot der ZUM immer stärker zu einer Plattform entwickelt, auf der in Wikis Materialien, Unterrichtsideen, Lernpfade etc. für zahlreiche Unterrichtsfächer und Themen kollaborativ entwickelt und (seit 2008) grundsätzlich unter OER-Bedingungen zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

Im Hackathon Hacks&Tools 2020 haben sich Karl-Otto Kirst und Ralf Klötzke zum Ziel gesetzt, die Konzeption von ZUM Deutsch Lernen, einer offenen Plattform für Deutsch als Fremdsprache (DaF) und Deutsch als Zweitsprache (DaZ) weiterzuentwickeln und mit Inhalten zu füllen.

Dieses umfangreiche Wiki hilft Lernenden, die deutsche Sprache durch interaktive Übungen, Hilfe in grammatischen Fragen und der Bearbeitung von Lernpfaden zu erlernen.

Lehrende können ihren Unterricht mit Methoden und Materialien gestalten und haben die Möglichkeit, sich selber in Mikrofortbildungen weiterzubilden. 

Die im Rahmen der Förderung durch die HOOU neu entstandenen Materialien reichen vom neuen ZUM-Logo und Icons  über interaktive Erklärvideos bis zu Widgets, die die Einbindung von Padlet, Quizlet, Mentimeter und AnswerGarden in die von ZUM Deutsch Lernen genutzte MediaWiki-Plattform ermöglichen, von Mikrofortbildungen zum Selbstlernen über Materialien, die den Einstieg in die Arbeit mit dem Wiki erleichtern bis zu den neuen H5P-Inhaltstypen Image Hotspots ZUM Edition und Virtual Tour (360) ZUM Edition.  
Wer noch nicht firm ist in H5P: Mit den H5P Inhaltstypen können eigene interaktive Übungen auf einfache Art und Weise erstellt werden, hier wird H5P einfach erklärt und mit Beispielformaten veranschaulicht. 

ZUM Logo // Lizenz: CC BY 4.0
Katarina Perčinič und Uwe Schützenmeister (ZUM Deutsch Lernen) für HOOU.de

„Von der öffentlichen Hand geförderte Lernmaterialien müssen offen lizenziert sein!“

Schmerlenbacher Appell, 2015

HOOU@HAW: Die ZUM ist von Anfang an eine Verfechterin von offenen Lizenzen. Was sind die größten Vorteile von OER in Hinblick auf Bildungsmaterialien aus eurer Sicht?  

ZUM Deutsch Lernen:  Die einfache und rechtssichere Weiterverwendung von Inhalten (Unterrichtsmaterialien und -ideen etc.) erleichtert die Übernahme und Weiterverwendung vorhandener Materialien und Medien enorm, insbesondere, wenn es darum geht, diese nicht nur im eigenen Unterricht zu verwenden, sondern auch weiterzugeben oder zu veröffentlichen, sei es unbearbeitet oder auch in überarbeiteter Form.

HOOU@HAW: Ihr kennt euch in der Szene aus. Was muss sich eurer Meinung nach noch ändern, damit OER noch bekannter werden?

ZUM Deutsch Lernen: Die Lizenzierung guter Inhalte auf zahlreichen Bildungsplattformen wird nach und nach diese Art der Lizenzierung bekannter und selbstverständlicher machen. Es sollte aber auch gerade für staatliche Stellen (insbesondere auch Kultusministerien und Landesbildungsserver) und mit öffentlichen Mitteln geförderte Projekte das selbstverständlich werden, was schon 2015 auf einem ZUM-Treffen von zahlreichen OER-Initiativen gefordert wurde: „Von der öffentlichen Hand geförderte Lernmaterialien müssen offen lizenziert sein!“ (Schmerlenbacher Appell)

HOOU@HAW: Hat euch die Pandemie vor Herausforderungen in der Umsetzung gestellt? Wenn ja, welche?

ZUM Deutsch Lernen:  Ja. Denn wir hatten geplant, mit einer Kickoff-Veranstaltung zu starten, in der wesentliche Eckpunkte für die weitere Arbeit und Entwicklung festgelegt und Einiges bereits umgesetzt werden sollte. Und eine solche Präsenzveranstaltung hätte das Einbinden weiterer Personen erleichtert. Und das (bessere) gegenseitige Kennenlernen in einer solchen Veranstaltung hätte der Zusammenarbeit von Anfang deutlichen Schwung geben sollen. 

So musste alles online (oder telefonisch) in zahllosen Mails, Video-Konferenzen bzw. bei der gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten u.a. geleistet werden. Dies ist letztlich gut gelungen, zumal dies ja auch gut zu unserem Projekt, der Erstellung und Weiterentwicklung einer Online-Plattform für digitale Angebote für Lehrende und Lernende, passt.

HOOU@HAW: Eure Projektmaterialien sind sehr umfangreich und divers geworden. Wo bekommt ihr die Inspiration für die Umsetzung her?

ZUM Deutsch Lernen:  Aus unserer eigenen Arbeit, unserem Fachwissen und unserer Erfahrung mit Deutsch als Fremdsprache und als Zweitsprache sowie aus unseren Kenntnissen und der eigenen Praxis mit der Nutzung von digitalen Medien im Unterricht und in der Fortbildung. Ralf Klötzke war Deutsch-Lehrer in Ungarn, hat in mehreren Ländern in der Lehrer-Fortbildung gearbeitet und ist aktuell auch für das Goethe-Institut und andere Institutionen als Fortbildner tätig. Karl-Otto KIrst war 15 Jahre Lehrer für Deutsch als Fremdsprache im Ausland und ist seit Jahren im Bereich Deutsch als Zweitsprache aktiv. Beide sind aktive Mitglieder in der ZUM.

HOOU@HAW: Habt ihr in dieser Förderphase etwas zum Projektmanagement oder in Bezug auf OER gelernt?

ZUM Deutsch Lernen: Die für uns prägendste Erfahrung war wohl, dass durch die für uns erstmals mögliche Finanzierung wichtiger Entwicklungsschritte, in relativ kurzer Zeit deutlich mehr erreicht werden konnte als nur durch unseren eigenen ehrenamtlichen und unbezahlten Einsatz. 

Äußerst erfreulich war für uns, dass immer wieder deutlich wurde, dass diejenigen, die für ZUM Deutsch Lernen Aufträge übernommen haben – und die letztlich von solchen Aufträgen ihren Lebensunterhalt finanzieren müssen – immer wieder durchblicken lassen haben, dass sie gerne bereit sind, ein günstiges Angebot abzugeben, da sie sie selbst die Idee der OER unterstützen.

Etwas gewöhnungsbedürftig waren für uns die Formalitäten bei der Beantragung und Abwicklung der einzelnen geförderten Teile unseres Projekt. Aber inzwischen wissen wir, wie entsprechende Anträge zu stellen, wie Angebote eingeholt werden können etc.

Über OER wussten wir schon viel. Aber inzwischen wissen wir auch, wie Autor:in und Förderer sinnvoll gemeinsam als Urheber genannt werden können.  

HOOU@HAW: Die ZUM wird auch in Zukunft noch weiterwachsen. Habt ihr bereits neue OER-Projekte, die ihr plant?

ZUM Deutsch Lernen: Die ZUM, die ja von unbezahlter ehrenamtlicher Arbeit einer relativ kleinen Gruppe von Aktiven getragen wird, ist gerade dabei, ihr Angebot auf eher wenige, dafür aber qualitativ hochwertige Angebote zu konzentrieren. Insofern sind aktuell nicht unbedingt neue Projekte geplant, aber z. B. das sehr stark genutzte ZUMpad sowie die ZUM-Apps sollen noch verbessert werden. Wenn dies im Rahmen einer passenden Förderung beschleunigt oder vielleicht erst in manchen Punkten ermöglicht werden könnte, wäre dies wunderbar.

ZUM Deutsch Lernen soll weiterwachsen und natürlich auch noch besser werden. Auch dies könnte durch eine erneute Förderung deutlich beschleunigt und gleichfalls überhaupt erst ermöglicht werden.

HOOU@HAW: Wir danken euch für die tolle und spannende Zusammennarbeit.

ZUM Deutsch Lernen: Wir danken gleichfalls! Unsere Ansprechpartnerin, Dorothee Wagner, hat uns in vielen Punkten mit ihrer freundlichen und kompetenten Art sehr geholfen. Und auch der Kontakt zu allen anderen Beteiligten war sehr erfreulich und ermutigend.

Hier findet ihr das Lernangebot auf hoou.de

Hier geht es zu den einzelnen Materialien auf hoou.de

Hamburg hOERt ein HOOU! Digitaler Gebäudelehreatlas

Zwei Personen stehen vor einem Standmikro
Mitwirkende:

Downloads:

HHH044, 22. Juni 2021

Prof. Klaus Sill im Gespräch über das HOOU-Projekt Digitaler Gebäudelehreatlas

Nicola Wessinghage

Klaus Sill unterrichtet im Rahmen seiner Professur seit 2006 an der Hafen City Universität (HCU) Konzeptionelles Entwerfen und Gebäudelehre. Zuvor lehrte er im Rahmen von Professuren an der HAW Hamburg und an der FH Münster. Parallel dazu arbeitet er in den von ihn gegründeten Büros in Berlin, heute Hamburg. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hamburger Lehrpreis (2013).

Weitere Informationen in der Vita, HCU:

https://www.hcu-hamburg.de/research/arbeitsgebiete-professuren/prof-klaus-sill/personen/klaus-sill/

und in der Vita auf der Website seines Büros: http://architektenprofsill.de/buero#Klaus_Sill

Profile im Netz:

Website: www.architektenprofsill.de

Links:

Digitaler Gebäudelehreatlas als Projekt an der HOOU: https://www.hoou.de/projects/digitaler-gebaudelehreatlas/preview

Teatime Lectures an der HCU:

https://www.hcu-hamburg.de/bachelor/architektur/professorinnen/prof-klaus-sill/tea-time-lectures/

Bericht über Oodi, die Vorzeigebibliothek aus Helsinki, im Forum Bibliotheken und Information:

Musik: Jakob Kopczynski

Foto: privat

Für Feedback, Fragen und Vorschläge ist das Team der HAW-HOOU bei Twitter zu erreichen unter @HOOU_HAW: https://twitter.com/hoou_haw

E-Mail: team_hoou@haw-hamburg.de

Projektabschluss KISS*

Symbolbild KISS*

KISS* hat nichts etwa mit Küssen oder der Rock-Band zu tun, sondern ist ein Lernangebot mit dem Namen Künstliche Intelligenz für Schüler:innen und Studierende.

Symbolbild KISS*
Zwei junge Menschen haben in ihrer Mitte einen Roboter an der Hand.

Das Lernangebot ist ein Produkt des Hackathon Hacks&Tools im Februar 2020. 
Werner Bogula konnte mit seinem Konzept, ein offen lizenziertes Online-Bildungsangebot zu dem Thema Künstliche Intelligenz zu schaffen, die Jury überzeugen. 

Zum Glück, denn herausgekommen sind 14 Lerneinheiten, die sowohl für interessierte Selbstlerner:innen, als auch in geführten Lerngruppen (z. B. im Unterricht oder Seminar) bearbeitet werden können. 

Lernende können sich durch die Bearbeitung der OER ein breites Wissen zu Künstlicher Intelligenz aneignen: So werden neben der Technik und Anwendung auch beleuchtet, wer verantwortlich für die Entscheidungen von KI und deren Einsatz in der Gesellschaft ist. Viele Beispiele werfen Fragen auf: Wer überwacht die Maschinen? Wenn die Maschine immer besser ist als der Mensch, wofür ist der Mensch dann noch da? Und wie funktioniert maschinelles Lernen überhaupt?

Die anschaulich aufbereitete OER wechselt zwischen Input als Text, H5P-Abfragen und Videos ab.

HOOU@HAW: Wie kamst Du auf die Idee, ein Lernangebot zu künstlicher Intelligenz zu machen? 

Werner: Ich arbeite seit langem als Trainer für Journalist:innnen und Aktivist:innen und habe damals festgestellt, dass es zum Thema Künstliche Intelligenz wenig gutes Lehrmaterial für Einsteiger:innen gegeben hat. Dazu kommt, dass Mathematik und Informatik viele Wissbegieriege abschreckt. Daher dachte ich, es wäre einen gute Idee, das Thema einmal von der Alltagserfahrung junger Leute aufzuziehen und so Schüler*innen und Studierende an das Thema heranzuführen.

HOOU@HAW: Du warst bei den Anfängen des Internets in den 90ern mittendrin. Hättest Du Dir diese steile Entwicklung damals vorstellen können?

Werner: Es ist wirklich atemberaubend, was in meiner Lebenszeit an digitalen Revolutionen stattgefunden hat. Als ich studiert habe, ging es gerade um den Übergang vom Bleisatz auf Digitaldruck, dann kann das Internet mit dem Online-Journalismus und in den letzten Jahren nun die KI-Revolution. 

HOOU@HAW: Was fasziniert Dich an künstlicher Intelligenz und was macht Dir vielleicht auch Angst?

Werner: Als Softwareentwickler war ich es immer gewohnt, dass man Maschinen haarklein sagen muss, was sie tun sollen. Mit der KI gibt es nun völlig neue Möglichkeiten, dass Maschinen aus Beispielen lernen und damit Bereiche erschlossen werden, die vorher nicht maschinell bearbeitet werden konnten. Am meisten fasziniert mich die Spracherkennung und Sprachverarbeitung, weil es die komplexesten Probleme mit sich bringt. Angst habe ich keine. Aber es stimmt mich bedenklich, dass viele sich eine Meinung zu KI bilden oder auch Angst davor entwicklen, ohne genauer informiert zu sein, was KI kann oder nicht kann. Ich hoffe mit KISS* einen Baustein beitragen zu können, sich eine informierte Meinung über KI zu bilden.

HOOU@HAW: Warst Du bereits vor dem Hackathon in der OER Community unterwegs und welche Vorteile siehst Du in der Entwicklung und Bereitstellung von offen lizensierten Bildungsmaterialien?

Werner: Der Hackathon war meine erste Begegnung mit der OER Community. Aber da ich als Softwareentwickler ein riesiger Fan von Open Source Software bin, hat mich der OER-Gedanke gleich angesprochen, und der Wunsch das Prinzip der freien Verfügbarkeit einmal auf Wissen anzuwenden war sofort da. Mithilfe der Förderung durch die HOOU konnte ich das dann glücklicherweise gleich umsetzen und die Erfahrung war wirklich fantastisch. Ich finde es super, dass die Universitäten über die HOOU mit den OERs Wissen für alle bereitstellen, damit in die Gesellschaft hineinwirken und zu eigenen Lehr- und Lernprojekten anregen. 

Hier geht es zum Lernangebot.

An dieser Stelle sagen wir noch: Vielen Dank, für diese schöne und gute Zusammenarbeit, lieber Werner. Wir sind gespannt, welche Entwicklungen die Technologie in der Zukunft noch nimmt.